Der Maibaum, das Aufstellen des Maibaumes und Traditionen

Der Maibaum der Gemeinde Wendorf wurde am 30. April 2022 aufgestellt. Der Maibaum, traditionell eine Birke, wurde von Karola und Harry Soldmann gespendet. Gestaltet wurde der Baum von Torsten und Anke Stöhr. Anke spendierte die Dekoration für den Baum und schmückte die Krone. Torsten ummantelte den Stamm mit blauen und weißen Bändern. Blau-Weiß die Farben Vorpommerns, also kein Ausdruck zur bayrischen Verbundenheit. Einige junge Recken des Dorfes stellten den Baum.

Mb1
Mb1

press to zoom
Mb2
Mb2

press to zoom
mb7
mb7

press to zoom
Mb1
Mb1

press to zoom
1/7

Das Aufstellen des Baumes, der nun bis Ende Mai seinen Platz am Dorfeingang von Neu Lüdershagen hat, geht von einer Privatinitiative aus. Ein gutes Zeichen, der Initiator Christian, ist neu gewählter Vorsitzender des Feuerwehr- und Dorfvereins.

Was hat es eigentlich mit dem Stellen des Maibaumes auf sich?

Der „Mailehenbrauch“ ist im 17. Jahrhundert entstanden und war eine Art der Partnervermittlung, damals meist nur auf ein Dorf bezogen. Es gab ja noch keine Anzeigen in Zeitungen oder Partnervermittlungen im Internet. Das Wort „Lehen“ hat die Bedeutung einer Leihgabe. Diese Leihgabe, der festlich geschmückte Maibaum – die Größe des Baumes war nebensächlich, wurde von einem Junggesellen an eine unverheiratete Frau übergeben. „So ersteigerten die jungen Männer die unverheirateten Mädchen und bildeten Maipaare“ (Bonner Volkskundler Alois Döring). So kam es dann je nach Gebot zur „Maikönigin“ und der meist bietende Bursche wurde Maikönig. Ist ja fast so wie heute, in einigen Fällen, wer am meisten bietet (Auto, Haus, Boot,…) bekommt die ersehnte Braut.

Die Heiratsmarkttradition stammt aus dem Rheinischen. Das Stellen des Maibaumes hat sich lange auf das Gebiet von Bayern konzentriert. Dort hat sich das Stellen des Maibaumes häufig auf Handwerker beschränkt, wodurch diese Tradition zum festen Bestandteil der Handwerkerzunft entwickelte. Das Stellen des Baumes wurde nun mit Feierlichkeiten und kirchlichen Ritualen verbunden und führte so zu einer Tradition, die die soziale Entwicklung des Dorflebens und Gründung von Vereinen begünstigte. Also genau das, was wir ja auch wollen.

Hoffen wir also, dass der Maibaum zur Entwicklung unseres Gemeindelebens beiträgt!